Bretonische Sprache auf Ortsschildern
Bretonische Sprache auf Ortsschildern

Bretonische Sprache

Sprache der Bretagne oder Bretonische Sprache: Die Sprache der Bretagne, die „brezoneg“ genannte Sprache der einheimischen Bretonen, ist kein Sprachdialekt in Frankreich. Die bretonische Sprache (brezoneg) hat keltischen Ursprung und ist damit auch mit der walisischen und kornischen Sprache verwandt.

Die Muttersprache der Bretonen hat sogar entfernt mit der gälischen Sprache zu tun, die bis heute in Schottland und Irland gesprochen wird.
Die heutige bretonische Sprache brachten erst die Angelsachsen auf ihrer Flucht aus Großbritannien im 4. - 7. Jh. in den Nordwesten Frankreichs. Die Neuankömmlinge dominierten alsbald viele Regionen im Gebiet der heutigen Bretagne und förderten ihre eigene Sprache.
Zu dieser Zeit entstanden die bis heute gebräuchlichen bretonischen Orts- und Familiennamen, deren orginale Schreibweise und Benutzung bis heute erhalten blieb: Le Goff, Morvan, Briand, Tanguy, Mevel aber auch Gloagen, Jos, Picollec usw. Unzählige Ortsnamen fangen mit Loc-, Plou-, Tre-, Lab-, und vor allen Dingen mit Ker- an. Man beachte die Bedeutung dieser Sprachsilben siehe unten: Bedeutung bretonischer Ortsnamen
Die Verbreitung der bretonischen Sprache erfolgte zunächst von der Küste der nördlichen Bretagne am Ärmelkanala (Ille-et-Villaine, Côtes d’Armor und nördliches Finistére) ins Landesinnere. Merkwürdigerweise wurde ausgerechnet in den zwei historischen Hauptstädten des ehemaligen Fürstentums der Bretagne, in Rennes und Nantes nie Bretonisch gesprochen.

Nach einer relativ raschen Verbreitung der Sprache der Bretonen drehte sich die sprachliche Entwicklung jedoch um, und im Lauf der Jahrhunderte wurde der Verbreitungsraum der bretonischen Sprache ständig kleiner - die bretonische Sprache wurde von der Französichen Sprache der Könige zurück.
Als Bauernsprache und „vulgäre Sprache“ diffamiert und von der Obrigkeit teils bei Strafe unterdrückt, wurde das Bretonische 19. Jh.regelrecht ausgemerzt. Regelungen zum Gebrauch der Sprache und des Verhaltens besagten zu dieser Zeit unter anderem: „Es ist verboten, auf den Boden zu spucken und bretonisch zu sprechen…“ Besonders Kinder und Schüler sowie das „gemeine Volk“ hatten unter ihrer Muttersprache zu leiden. Ein Schüler, der irrtümlich bretonisch sprach, wurde schwer bestraft (Prügelstrafe) und lächerlich gemacht. Einfache Bauern verloren vor Gericht oft schon deshalb, weil sie sich nur in der bretonischen Sprache verständlich machen konnten – Bretonisch war jedoch auch bei Gericht als Sprache nicht zugelassen.
Auch andere sprachliche Minderheiten wurden unterdrückt: Genauso wie den Bretonen erging es auch den Deutschen im Elsass, dem Flämischen im Pas de Calais, dem Baskischen und anderen.

Trotz langjähriger Unterdrückung ihrer Heimatsprache konnte sich das Bretonische bis in die heutige Zeit behaupten. Von den fast 40 Prozent der Bevölkerung in der Bretagne, die heute noch bretonisch sprechen, ist die Mehrzahl ältere Menschen. Gleichzeitig interessieren sich aber auch immer mehr jüngere Bretonen für ihre sprachliche Herkunft. Sie lernen und pflegen ihre Sprache in vielfacher Weise und auf verschiedenen Ebenen. In der Bretagne wurde 1977 die bretonische Vorschule Divan (das heißt Keim) gegründet, die allerdings nur sehr geringe Unterstützung vom französischen Staat erhält.
Staatliche Rundfunksender wie „Radio Ouest Bretagne“ senden täglich in bretonisch, und auch in der Presse findet man wieder häufiger bretonische Beiträge. Bretonisch lernen ist heute für Interessierte relativ leicht möglich: Bretonische Sprachkurse, und Bretonische Sprachschulen bieten deas Erlernen der normalen bretonischen Sprache und Bretagne Sprachreisen an - an der Universität Rennes kann man heute auch bretonisch studieren.

Redewendungen in bretonischer Sprache

Brav eo an amzer – Schönes Wetter
Demat – Guten Tag
Fest-noz – Festabend mit traditionellen Tänzen
Kenavo – Auf Wiedersehen
Krampouezh – Crêpe
Mat eo ar gvin – Der Wein ist gut.
Yec’hed mat! – Prosit! Auf Ihre Gesundheit

Breizh atao! - Es lebe die Bretagne!

Foto: VoyageMedia


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