Menhire (Hinkelsteine)
Menhire (Hinkelsteine) der Bretagne: Die Menhire in der Bretagne sind wesentlicher Teil der steinzeitlichen Megalithkultur in der Bretagne.
Menhire stellen neben Dolmen die am häufigsten sichtbaren Spuren eines etwa 4000 bis 6000 Jahre alten Kultes und steinzeitlicher Riten in der Bretagne dar.
Heutige Bretagne-Urlauber kennen Menhire meist als die „Hinkelsteine“ aus den Geschichten, Filmen und Comics über Asterix und Obelix von Urdezo und Goscinny.
Menhir ist eine ursprünglich bretonische Bezeichnung für einen hochkant aufgerichteten Monolithen und bedeutet „Langer Stein“ vom bretonischen Wort maen = Stein und hir = lang. Die Bezeichnung Menhir für die riesigen tonnenschweren Granitblöcke wird seit dem Ende des 18. Jahrhunderts als wissenschaftlicher Fachausdruck in der archäologische Fachliteratur Frankreichs benutzt.
Menhire gehören neben Dolmen, allees couvertes, cromlechs oder henges zur Megalithkultur der Jungsteinzeit und der Bronzezeit. Heute weiss man dass Menhire auch später noch aufgestellt wurden, so dass mancher dieser imposanten steinernen Zeugen alter Kulturen in der Bretagne jüngeren Datums ist.
Menhire werden wegen der grossen Bekanntheit der Lebenden um Asterix, Obelix und die „Gallier“ in der nordwestfranzösischen Region oft Hinkelstein genannt. Die meisten steinernen Monumente in der Bretagne sind zwischen 1 bis 3 Meter hoch, die Formen der Menhire variieren zwischen spitzen, konischen und obeliskenartigen Steinsäulen und gedrungenen, pyramidenähnlichen und tafelartigen Gebilde.
Zur Fertigung ihrer Kultsteine nutzen die Bewohner der Bretagne in der Steinzeit Quarzite, Granit-, Kalk- und Sandsteine – Materialien also, die zumeist in der Nähe des Aufstellungsortes vorhanden waren.
Oft finden sich imposante Menhire vor der Tür des Ferienhauses in der Bretagne, so zahlreich sind diese imposanten steinzeitlichen Relikte. Das spätere Christentum in der Bretagne vereinnahmte die historischen Kultstätten teilweise. Durch Ritzungen oder andere Veränderungen wurden die einst „heidnischen“ Symbole alter Riten, religiöser Traditionen oder Zeremonien und Todes- oder Begräbniskulte der Bretagne einfach umgewidmet.
Der wesentliche Sinn solcher Umwidmungen im Wege der Christianisierung der Bretagne war vor allem die Zurückdrängung der fast unüberschaubar grossen Zahl von Heiligen in der Bretagne zu denen die Menschen früher beteten, denen sie huldigten Opfer brachten und an die sie glaubten.
Ein sichtbares Beispiel für die spätere Änderung steinzeitlicher Menhire ist das Fraubillenkreuz., ein in Deutschland (Eifel) gefundener Menhir.
Menhire in der Bretagne – Orte an denen Menhire zu finden sind
Menhire von Carnac – allein hier in der Südbretagne sind ca. 4000 (!) Menhire zu besichtigen
Menhir Caillouan-en-Présidy 7,5 m (Côtes-d’Armor) - Menhir Champ-Dolent 9,5 m bei Dol-de-Bretagne (Ille-et-Vilaine) - Menhir Champs-de-Callac 6 m (Côtes-d’Armor) - Menhir Crec’h-Coulm 7,5 m (Côtes-d’Armor) - Menhir Kergadiou 11 m (liegend) und 9 m (stehend - im Finistère) - Menhir Kermarquer (mit Báculos), (Morbihan) - Menhir La Tremblais (mit Felsritzungen), (Côtes-d’Armor) - Menhir Le Manio (mit Schlangengravuren), (Morbihan) - Menhir Penloïc (auch Penglaouic) im Meer bei Loctudy (Finistère) - Menhir Vierge (auf der Île de Hoëdic) 4 m (Morbihan) - Menhir von Kermaillard, Le Net bei Arzon - Menhir (Megalith) von Camors bei Baud - Menhir bei Stade, Monterrein, Ploërmel - Megalithgräber und Menhire in Ille-et-Vilaine - Menhir von Champ-Dolent, Dol de Bretagne - Menhir von Kerampeulven, zwischen Huelgoat und Berrien
Menhire Halbinsel Rhuys
Menhir Kermaillard, Menhir Le Net, Menhir Saline ovest, Menhir Men-ar-Palud, Menhir Fuseau de Jeanette, Menhir Kerdouin, Menhir Pen Castel, Menhir E Riellec
Der grösste Menhir der Welt
befindet sich ebenfalls in der Bretagne: Der Grand Menhir auch Grand Menhir Brisé genannte“Hinkelstein“ ist der größte bekannte Menhir der Welt. Der etwa 6000 Jahre alte und fast 300 Tonnen schwere Menhir liegt in Locmariaquer (bretonisch: Lokmaria-Kaer), einer kleinen bretonischen Gemeinde südlich von Auray, etwa zwölf Kilometer von Carnac entfernt, am Golf von Morbihan in der südlichen Bretagne, in Frankreich.
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