Riesen der Bretagne
Riesen der Bretagne: Es muss Riesen in der Bretagne gegeben haben!
Wer anders als die übergrossen, „ Géants“ genannten bretonischen Riesen hätten die tonnenschweren, meterhohen Megalithen Dolmenoder Menhire in der Bretagne so in die Landschaft setzen können oder Riesengräber gebaut?
Übermenschliche Kräfte müssen am Werk gewesen sein, als die Küsten der Bretagne mit riesigen Felsbrocken gegen die Gewalten des Meeres befestigt wurden und tiefe Risse in die Küstenlandschaft geschlagen oder breite Senken getreten wurden, das glaubten die Menschen über Jahrhunderte. Auch die Überwindung der Distanz vom Festland zu einer der vielen Inseln der Bretagne schien nur Riesen möglich, während die kleinen Boote der Menschen oft wegen des stürmischen Wetters und der Wellen oder wegen gefährlicher Klippen und Strömungen sanken.
Riesen in Märchen, Sagen und Mythen der Bretagne
Die Riesen versinnbildlichen in bretonischen Märchen, Sagen und Mythen oftmals Hoffnung und Glauben an das Gute. Mit ihren riesigen Kräften konnten die bewunderten Sagengestalten Dinge schaffen, die dem Menschen unmöglich schienen.
Riesen wird in Sagen oder Märchen grundsätzlich eine sehr enge Verbindung zur Natur nachgesagt, denn die in der Bretagne sichtbaren Naturgewalten aus Sturm und Wellen liessen die Menschen oft furchtsam sein, den Riesen hingegen traute man die Kraft zu, mit jedem noch so wild tobenden Unwetter fertig zu werden. Mitunter wurden Riesen jedoch auch als die Ursache oder Auslöser vor allem für Vorgänge auf der Erde und auf dem Meer angesehen: Felsstürze oder zusammenbrechende Hütten, umgeknickte Bäume, Hochwasser wurden mit der Kraft, der kosmischen Energie oder dem Einfluss und dem Wirken von Riesen erklärt.
Wie auch andere Fabelwesen, die Feen, konnten Riesen sowohl gute als auch böse Riesen sein. Sie waren es zumeist auch, die für den Menschen die Entscheidung trafen was Gut und Böse ist und hatten so in gewisser Hinsicht die Funktion eines Richters.
Die Urteile der gigantischen Fabelungetüme waren auffallend oft nicht besonders scharfsinnig, sondern eher einfach und klar, aus dem Bauch heraus und in der Sprache des Volkes gefasst. (Im Gegensatz zu den realen Druiden in der Bretagne).
Daher berichten manche Märchen, Sagen und Mythen der Bretagne auch über dumme, plumpe und zugleich gutmütige und friedfertige, seltener über böswillige Riesen. Auffallend ist auch in vielen alten Überlieferungen solcher Legenden, dass im Fall eines bösen Riesen immer eine Kraft in Form eines Überwesens , Gottes, Zauberers oder einer Naturgewalt vorhanden ist, die auch den bösen Riesen schlussendlich besiegt.
Der berühmteste Riese von allen Riesen der Bretagne ist der aus mittelalterlichen Legenden stammende keltische Riese Gargantua und sein Sohn Pantagruel (Romanzyklus von François Rabelais in 5 Bänden). Der Name des Riesen Gargantua hat sich bis in die moderne Zeit erhalten, unter anderem in einer weit verbreiteten Comic-Serie in den USA ("Defenders") und in der Sagenwelt des Berner Oberlands (Gryere, Schweiz).
Foto: VoyageMedia
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